Meine Bedürfnisse brauchen keinen Beweis

Ich habe mich lange geschämt, weil meine Beziehung nicht funktioniert hat.
Nicht nur ein bisschen, sondern tief. So, als wäre das Scheitern ein Beweis dafür gewesen, dass mit mir etwas grundsätzlich nicht stimmt.

Meine Bedürfnisse wurden nicht erfüllt, oft nicht einmal wirklich gehört.
Und statt sie zu schützen, habe ich begonnen, mich für sie zu schämen.
Ich habe mir eingeredet, dass ich zu viel will. Zu sensibel bin. Zu anspruchsvoll.
Also habe ich mich selbst falsch geführt, bin über meine Grenzen gegangen und habe Dinge ausgehalten, die sich schon lange nicht mehr richtig angefühlt haben.

Ich habe mich angepasst, immer wieder.
Habe leiser gesprochen, weniger gefordert, mehr erklärt.
In der Hoffnung, verstanden zu werden. Oder wenigstens nicht zur Last zu fallen.

Mit der Zeit habe ich mich selbst aus dem Blick verloren.
Ich wusste irgendwann besser, was der andere braucht, als das, was ich selbst brauche.
Und obwohl ich unzufrieden war, dachte ich, es müsse so sein. Dass Beziehungen eben Arbeit sind – auch dann, wenn sie wehtun.

Heute, wo es mir besser geht, kann ich das anders sehen.
Mit etwas Abstand und viel Nachsicht mir selbst gegenüber.
Ich weiß jetzt, dass ich richtig bin. So, wie ich bin. Mit meinen Bedürfnissen, meiner Sensibilität, meiner Art, Nähe zu wollen.

Die Beziehung hat nicht gepasst.
Nicht, weil ich zu wenig gegeben habe. Und auch nicht, weil ich zu viel war.
Sondern weil das Zusammenspiel nicht stimmig war.

bis bald, 
Deine Sarah

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