Visionen brauchen Zeit

Ich habe in meinem Leben immer wieder festgestellt, dass ich eine ziemlich klare Vorstellung davon hatte, wie meine Zukunft aussehen könnte. Keine fertigen Pläne, sondern eher ein Gefühl. Eine Vision. Ein Bild davon, wer ich einmal sein möchte.

Und erstaunlich oft sind diese Bilder irgendwann Wirklichkeit geworden.

Nur eben nicht so, wie ich es erwartet hatte. Es hat meistens viel länger gedauert. Der Weg war ein anderer. Und oft habe ich erst im Rückblick erkannt, dass ich genau dort angekommen bin, wo ich Jahre zuvor schon einmal in Gedanken gewesen war.

Gerade erlebe ich das mit Yoga zum ersten Mal ganz bewusst.

Ich habe eine Vision davon, wie ich als Yogalehrerin sein möchte. Wie sich meine Stunden anfühlen sollen. Welche Atmosphäre ich schaffen möchte. Wie Menschen meine Kurse verlassen sollen.

Doch wenn ich unterrichte, fühlt es sich oft noch nicht so an. Ich merke, dass mir Erfahrung fehlt. Dass ich noch suche. Und manchmal macht mich das traurig, weil ich das Gefühl habe, meinen eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden.

In letzter Zeit hat sich meine Sicht darauf jedoch verändert.

Vielleicht sind diese Vorstellungen gar keine Erwartungen, an denen ich scheitere. Vielleicht sind sie Visionen meines zukünftigen Ichs. Ein innerer Kompass, der mir zeigt, wohin ich mich entwickeln kann – nicht wohin ich heute schon gehören muss.

Ich muss noch nicht die Lehrerin sein, die ich in meiner Vorstellung sehe.

Ich darf erst die Person werden, die mit jeder Stunde, jeder Erfahrung und jedem Fehler ein Stück näher an dieses Bild heranwächst.

Vielleicht geht es mit Visionen genau darum.

Nicht darum, sie sofort zu erreichen. Sondern ihnen zu vertrauen und ihnen Schritt für Schritt entgegenzuwachsen.

Manchmal ist unsere Vorstellung von der Zukunft nicht unrealistisch. Sie ist uns einfach nur ein paar Jahre voraus. Und vielleicht ist genau das ihre Aufgabe: unseren Horizont ein Stück weiter zu setzen, als wir ihn heute schon erreichen können.

bis bald,

Deine Sarah

Back to blog