Wenn ich ehrlich bin, fand ich Yoga lange gar nicht so toll

Ich habe nicht damit angefangen, weil ich auf der Suche nach Spiritualität war oder weil ich unbedingt Yoga machen wollte. Ich dachte vielmehr, dass ich es machen sollte. Um ausgeglichener zu werden. Um von meinen hohen Leistungsansprüchen wegzukommen. Um endlich zu lernen, nicht ständig zu funktionieren.

Am Anfang war Yoga für mich deshalb vor allem eins: anstrengend.

Wenn ich alleine auf der Matte stand, habe ich mich oft dabei erwischt, wie ich mit zusammengebissenen Zähnen durch die Asanas gegangen bin. Immer mit dem Gedanken, es richtig machen zu müssen. Beweglicher zu werden. Besser zu werden. Selbst beim Yoga habe ich versucht zu leisten.

Rückblickend ist das fast schon ironisch.

Denn genau das, wovon ich eigentlich wegwollte, habe ich mit auf die Matte gebracht. Meine Ansprüche, meinen Perfektionismus und den Druck, etwas erreichen zu müssen.

Erst mit der Zeit hat sich etwas verändert.

Nicht von heute auf morgen und auch nicht durch irgendeinen magischen Moment. Sondern durch die stetige Beschäftigung mit mir selbst und meinem Körper. Durch das Hinspüren statt das Durchhalten.

Heute verstehe ich besser, wovon viele Menschen sprechen, wenn sie sagen, dass die Asanas nur ein Teil des Yoga sind.

Für mich waren sie irgendwann nicht mehr das Ziel, sondern ein Zugang. Ein Weg, mich selbst wieder besser wahrzunehmen. Zu spüren, wie es mir wirklich geht. Zu erkennen, wo ich festhalte, wo ich kämpfe und wo ich vielleicht etwas weicher werden darf.

Durch diese Arbeit mit mir selbst fühle ich mich mir heute näher.

Ich mag mich mehr. Ich kann meinen Körper besser akzeptieren – nicht nur äußerlich, sondern auch in dem, was er fühlt, braucht und ausdrückt. Und ich begegne mir selbst mit mehr Verständnis als früher.

Wie man das nennen möchte, ist jedem selbst überlassen.

Ob spirituell, esoterisch, therapeutisch oder einfach Selbsterfahrung.

Für mich ist es vor allem eines: eine Möglichkeit geworden, wieder bei mir anzukommen.

Und das hätte ich am Anfang, mit meinen zusammengebissenen Zähnen auf der Yogamatte, wahrscheinlich nicht geglaubt.

bis bald, 
Deine Sarah

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