Wenn ich mich frage, warum alles so gekommen ist

In meiner Scheidung frage ich mich oft, womit ich das verdient habe. Nicht, weil ich mich als Opfer sehe – das bin ich nicht. Sondern eher im Gedanken an Karma. Warum fühlt es sich so an, als würde ein einziger Fehler reichen, damit plötzlich alles unfair wird? Damit ich jeden Tag auf Messers Schneide lebe, mich mit Lügen auseinandersetzen muss und diesem dauerhaften psychischen Druck ausgesetzt bin?

Manchmal blicke ich zurück und frage mich, warum ich so lange durchgehalten habe. Warum ich so viel gegeben habe, immer wieder nachgegeben, immer wieder geschluckt, bis ich irgendwann kaum noch existiert habe. Ich dachte, das wäre Liebe. Ich dachte, das wäre normal. Heute sehe ich, dass es nie ein gesundes Verhältnis war – nicht einen einzigen Tag.

Und ja, ich bereue diese Beziehung inzwischen. Das zuzugeben fällt mir schwer, aber es ist die Wahrheit. Ich bereue nicht aus Wut, sondern weil ich klar sehe, wie viel ich verloren habe: Zeit, Energie, Lebensfreude… und ein Stück von mir selbst.

Gleichzeitig weiß ich, dass all das mich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Diese Erfahrungen haben mich an meine Grenzen gebracht, aber sie haben mich auch zu den Menschen geführt, die mich wirklich lieben. Die mich nicht klein halten, nicht manipulieren, nicht bestrafen. Menschen, bei denen ich mich sicher fühle.

Und so schön das ist – es tut auch weh. Denn es zeigt mir, wie spät im Leben ich echte Liebe erfahren darf. Wie viel ich vorher ertragen musste, um dorthin zu kommen. Ich freue mich über das, was ich jetzt habe… aber ich trauere auch um das, was ich so lange nicht hatte.

Vielleicht ist es kein Karma. Vielleicht ist es einfach mein Weg. Ein schwerer. Ein langer. Aber einer, der mich heute dorthin geführt hat, wo ich zum ersten Mal wirklich ich selbst sein darf.

bis bald, 
deine Sarah

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